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Als Erster die berühmt-berüchtigte Eiger Nordwand zu
bezwingen — im Sommer 1936 ist das der Traum vieler
Bergsteiger aus ganz Europa. Auch die Gedanken der beiden
Berchtesgadener Kletter-Asse Toni Kurz und Andi Hinterstoisser
kreisen um nichts anderes. Die beiden sind überzeugt, dass sie
es schaffen können, auch wenn bereits zahlreiche Versuche in
der „Mordwand“ tödlich endeten.
Während der Vorbereitungen am Fuß der Nordwand treffen
Toni und Andi überraschend auf Luise, Tonis Jugendliebe, die
als Journalistin an der Seite des Nazi-treuen Reporters Arau
über die Erstbesteigung berichten soll. Toni und Andi beginnen
den Aufstieg in die Nordwand, dicht gefolgt von den beiden
Österreichern Willy Angerer und Edi Rainer. Zunächst
läuft alles hervorragend und beide Seilschaften kommen schnell
voran. Von der Terrasse des Grand Hotels am Fuß des Eigers
werden sie mit Fernrohren voller Spannung von zahlreichen
Schaulustigen und der Weltpresse beobachtet.
Doch dann verlieren die Bergsteiger die Kontrolle: Willy wird von
einem Steinschlag am Kopf verletzt, das Wetter schwingt um und die
vier Alpinisten werden zur Umkehr gezwungen. Wieder sieht es so
aus, als würde der Berg gewinnen.
Die mörderische Wandkletterei der 20er- und 30er-Jahre
hat etwas sehr Existenzielles. Junge Typen ohne große
Aussichten im Leben radeln zu einem gefährlichen Berg, auf der
Suche nach einem Ziel, irgendeinem Ziel für sich. Und sind
notfalls bereit, für dieses Ziel ihr Leben zu lassen. Das
passte natürlich ganz hervorragend in den Kanon der Nazimythen
und ist entsprechend ideologisch aufgeheizt und verwertet worden.
Alles für eine Idee, einen Mythos zu geben, notfalls eben auch
das eigene Leben, dieser nibelungenhafte Flirt mit dem Heldentod,
das ist es, was die Nazis so am Bergsteigen interessiert hat. Denn
von dort ist es gedanklich natürlich nur noch einen kleiner
Schritt für ein Deutschland bis zum Ural zu marschieren.
— Philipp Stölzl
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