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Eine zärtliche Hommage an die Familie in ihrer
Widersprüchlichkeit und eine kraftvolle Ode an das Leben mit
seinen glücklichen, enttäuschenden und traurigen
Momenten. Einfach und kompliziert, „so ist das Leben“
eben.
An einem Tag im August 1988 zieht der älteste Sohn in ein
winziges Appartement über der Wohnung des Großvaters.
Familien sind für ihn „Maschinen, die deine Gefühle
zerstören“. Die Reaktionen der anderen reichen von
„endlich mehr Platz“ bis zur mütterlichen Angst
vor dem Auseinanderdriften der familiären Einheit. Fünf
Jahre später feiert die Tochter ihren 16. Geburtstag und zankt
sich bis aufs Blut mit der Mutter, weil die in ihr Tagebuch geguckt
hat. Ein Sommertag 1996 gehört dem jüngsten Sohn, der
zwischen Traum und Wirklichkeit mäandert und sich in Fantasien
verliert. 1998 muss sich die Hausherrin klar werden, wie es um ihre
Ehe und Sex steht, ob es sinnvoll ist, die Tochter zu imitieren,
statt zum eigenen Alter zu stehen. Und die letzte Episode 2000
beschäftigt sich liebevoll mit dem Pater familias, der seinen
Kindern nie ein Vorbild war, sich als Taxifahrer als sozialer
Versager fühlt und plötzlich merkt, dass jeder Tag
„der erste Tag vom Rest deines Lebens“ ist.
Die Struktur für dieses Familienporträt ist
interessant: Während des Drehbuchschreibens entwickelte
Regisseur Rémi Bezançon die Idee, jeweils über
zwölf Jahre hinweg einen entscheidenden Tag im Leben eines
jeden Familienmitglieds zu drehen, ihm von morgens bis abends zu
folgen. Unterhaltend und schmerzlich zugleich der Blick auf
Menschen, die sich mögen und gleichzeitig weh tun, es
miteinander manchmal nicht aushalten, aber ohne einander
existenzielle Leerstellen fühlen. Der weit verbreitete Name
Duval (wie bei uns Schmid) versinnbildlicht das exemplarische
Muster. Beim Wechsel der Perspektive werden die übrigen
Protagonisten nicht vernachlässigt, Kameramann Antoine Monod
verwendet jeweils eine an die entsprechende Figur angepasste
Kamerasprache, mal arbeitet er mit Weitwinkelobjektiv, um Distanz
zu betonen, mal mit der Handkamera, um die Hast der Rebellion zu
verdeutlichen
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