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Nach Motiven aus Helmut Qualtingers Leben und Werk ist ein
abendfüllendes Bühnenstück entstanden, das von einer
lustvollen Auseinandersetzung mit dem Autor, Sänger und
Störenfried Qualtinger geprägt ist - eine Hommage an
einen großen Österreicher. Vom G’schupften Ferdl
bis zu den Heurigen und gestrigen Liedern.
Der Abend ist eine Collage von lustvoll aneinander gereihten
Gesungenem und Gesprochenem, Gespieltem und Vorgetragenem,
bösartig-beißend-kritisch Lustigem und kurios
Zeitgeschichtlichem.
Diese vielfältigen und unkonventionellen Wege
nachzuzeichnen, beispielhaft und bruchstückweise, ist
erklärtes Ziel des Abends - aufgeführt von neun
Stimmen.
Die Besetzung :
Edi Jäger, Schauspieler
Männergesangsdoppelquartett StimmLos
Roman Öschlberger, Karl Gaigg 1. Tenor
Franz Pötzelsberger, Harald Teufl 2. Tenor
Herbert Kersch, Leo Fellinger 1. Bass
Paul Herbst, Erich Pötzelsberger 2. Bass
Der Fall QUALFINGER
Ein Lust- und Singspiel, entstanden zum 20.
Todestag des Helmut Qualtinger Zu sehen am Donnerstag, 05. Juni
2008 um 20:00 Uhr im Forum Neuhofen
Am 29. September 1986 ist Helmut Qualtinger
gestorben, kurz vor seinem 58. Geburtstag, in Wien. Mit ihm starb
der bedeutendste antifaschistische Künstler Österreichs.
Seine Kunst bestand vor allem darin, den (Klein-)Bürger in
seiner "dumpfen, brutalen Anpasserei"
auf die Kabarettbretter zu stellen. Edi
Jäger und das Oktett StimmLos sind angetreten, den Beweis zu
erbringen, dass sich wenig geändert hat seither. Qualtingers
Werk und Vermächtnis funktioniert noch immer. Doch in einer
Zeit, in der dem Konsum und der Anpasserei mehr denn je
gefrönt wird, scheint wenig Platz für die Würdigung
von Leben, Werk und Botschaft Helmut Qualtingers zu
bleiben.
So kommt es, dass ausgerechnet in der "Provinz",
im Salzburger Land, nach Motiven aus Helmut Qualtingers Leben ein
abendfüllendes Bühnenstück entstanden ist, das von
einem gemeinsamen Austauschprozess zwischen den Protagonisten unter
permanenter Einbeziehung der Lebensgeschichte, der Schriften und
Werke des Autors geprägt ist - eine Hommage an einen
großen Österreicher. Denn er ist jedem begegnet,
irgendwo. Zwischen dem G’schupften Ferdl und den Heurigen und
gestrigen Liedern mit dem ach so jungen Zuckerlfabrikantenssohn,
vielleicht auch zwischen dem Herrn Karl und Der Name der
Rose.
Der Abend ist ein Konglomerat an
Versatzstücken, lustvoll aneinander gereiht, der geneigte
Besucher darf es auch getrost als Collage bezeichnen. Eine Collage
also aus Gesungenem und Gesprochenem, Gespieltem und Vorgetragenem,
bösartig-beißend-kritisch Lustigem und kurios
Zeitgeschichtlichem. Das alles unter der großen Spange eines
dramatischen Kriminalfalles, desjenigen des Qualfinger eben, eines
jungen, sich einen Dreck um Parteikader, Hierarchien, Apparate und
Kommuni(stische)kationswege scherenden Bürschchens im
frühnachkriegszeitlichen Wien - sein erster öffentlicher
Auftritt im Mai 1945 als selbsternannter Kulturkommissar. Er wurde
von der sowjetischen Besatzungsmacht für drei Monate
inhaftiert, weil er mit einem Sowjetstern auf der Brust und einem
selbst ausgefertigten Ermächtigungsschreiben eine Villa
für die Gründung eines linksgerichteten Theaters
beschlagnahmte und Schauspieler warb. 1951 erlangte er dann
internationale Popularität, als er es schaffte, die
Zeitungsente zu lancieren, in welcher der Wien-Besuch des
berühmten Eskimodichters Kobuk angekündigt wird.
Zahlreiche Reporter versammelten sich am 3. Juli 1951 am Wiener
Westbahnhof. Dem Zug entstieg statt des erwarteten Gastes Helmut
Qualtinger mit Pelzmantel und -mütze. Von einem Radioreporter
nach seinem ersten Eindruck von Wien befragt, antwortete er
gelassen: "Haaß is".
Diese vielfätigen und unkonventionellen Wege
nachzuzeichnen, beispielhaft und bruchstückweise, ist
erklärtes Ziel des Abends, nicht durch eine Chronologie,
vielmehr durch Blitzlichter, kurze, plakative Episoden, Texte von
namhaften Zeitgenossen, Gesänge, Rezitationen. Auf leerer
Bühne, ausgefüllt von neun Stimmen.
Vorgetragen von Herrn Edi Jäger, umtriebiger
Theatermann, wohnhaft in Seekirchen am Wallersee, von ebendort im
Dreihundertkilometerumkreis auf fast jeder Bühne zu finden und
den Herren StimmLos, acht Männern aus Seekirchen, Dilettanten
allesamt, der eine mehr, der andere weniger, nichtsdestotrotz
Musiker aus Lust. Und das am liebsten im
Männergesangsdoppel-quartett. A cappella, versteht
sich.
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